das Glattal

Regionalkonferenz vom 8. Juni 2022: Von urbanen Klimaplänen und Superblocks

Präsidentin Edith Zuber mit den beiden Referenten Dr. Sven Eggimann der EMPA (links) sowie Dr. Rainer Zah der Stadt Zürich (rechts)

Anlässlich der Regionalkonferenz von Glow. das Glattal standen im Klotener Schluefweg-Zentrum der Klimaplan der Stadt Zürich, sogenannte Superblocks sowie eine knackig-kurze Traktandenliste im Fokus.

Die Regionalkonferenz von Glow. das Glattal im Klotener Konferenzzentrum Schluefweg widmete sich am vergangenen Mittwochmorgen unter anderem zwei bildenden Referaten, die sich thematisch prima ergänzten. Glow-Präsidentin Edith Zuber und Christina Doll von der Geschäftsstelle boten den Stadt- und Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten sowie den -schreiberinnen und -schreibern und weiteren Planungsverantwortlichen der Verwaltungen neben den statuarischen Geschäften Einblick ins hiesige urbane Mikroklima sowie in städtebauliche Transformationsmöglichkeiten.

Ziel: Klimaneutrale Stadt

Rainer Zah, Leiter Geschäftsbereich Umwelt der Stadt Zürich, stellte den Klimaplan der Limmatstadt vor. «Unsere Strategie sieht bis 2040 eine klimaneutrale Stadt – «Netto Null» – vor. Auf dem Weg dorthin gilt es für die Bewohner ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen, die wiederum ein gesünderes Leben ermöglichen. Zudem müssen wir unsere Ressourcen intelligenter nutzen», präzisierte Zah. Für ein leichtes Raunen im Publikum sorgte im Anschluss seine Aussage, dass diese hehren Ziele auch trotz Verdichtung und der Aussicht auf rund 80 000 (!) zusätzliche Einwohner in den nächsten zehn Jahren angepeilt würden.

Dr. Rainer Zah, Leiter Geschäftsbereich Umwelt der Stadt Zürich

Seewasser zum Kühlen/Heizen

Innovative Ideen, wie zum Beispiel aus der Tiefe des Zürichsees Wasser zum Kühlen und Heizen der Gebäude um die Bahnhofstrasse zu nutzen, kamen indes wieder besser an. «Punkto Mobilität streben wir bis 2030 eine Dekarbonisierung an. Im urbanen Gebiet steht hier neben dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel vor allem die Elektrifizierung der Fahrzeuge an», meinte Rainer Zah. Und fügte an, dass gerade in diesem heiklen Bereich der politische Druck nicht immer zu realitätsnahen Durchführungshorizonten führe.

Wegen des Klimawandels sei die Stadt Zürich mit den vielen versiegelten Flächen in den Sommermonaten zunehmend eine Hitzeinsel. Mit mehr Grünflächen – auch auf Dächern und Fassaden, wie zum Beispiel beim Triemli-Spital – müsse man künftig vermehrt Abhilfe schaffen. «39 Massnahmen sind in der Stadt Zürich am Laufen, um die Qualität zu verbessern», schloss Zah, bevor er noch diverse knifflige Fragen aus dem Publikum – vor allem zur Energieversorgung in Krisensituationen – beantworten durfte.

Barcelona-Superblocks unter der Lupe

Im zweiten Referat führte Sven Eggimann, Wissenschaftler an der Empa, die Gedankenstränge nahtlos weiter. Er stellte seine Potentialanalyse zur Transformation von Städten vor. In Barcelona hat er die sogenannten Superblocks untersucht. «Das sind drei mal drei Wohnblocks, die seit 1992 so angelegt werden, dass man in den verkehrsfreien Zwischenräumen grüne Achsen schaffen kann. Erwiesenermassen senkt man so die Lufttemperatur und hat weniger Luftverschmutzung», führte Eggimann aus. Für Zürich sähe er eher Miniblocks mit flexiblem Design vor. Seine Vision schliesst auf Strassenebene die aktive Mitgestaltung des Gewerbes mit ein.

Dr. Sven Eggimann, Wissenschaftler an der EMPA

Nach diesen äusserst interessanten Ausführungen winkten die Teilnehmenden die Geschäfte (Abnahme von Budgets, Rechnungen und Jahresberichten) der Glow-Regionalkonferenz einstimmig durch. Mit grossem Dank verabschiedete man die scheidenden Mitglieder Doris Meier (Bassersdorf) und Paul Remund (Opfikon-Glattbrugg).

Präsidentin Edith Zuber verabschiedet Paul Remund und Doris Meier

Angesichts der coronabedingten Absagen von Anlässen hatten die Arbeitsgruppenvorsitzenden weniger als üblich zu berichten. Präsident Benno Hüppi schilderte kurz zum Abschluss die Schwerpunktthemen der Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG).

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